Gartentherapie Ausbildung – Die Inhalte

Ausbildung in Erfurt

Seminarinhalte Kurs 2023/24

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Seminarblock 1

  • Einführung in die Gartentherapie und medizinische Grundlagen
  • Der Bewegungsappart in Theorie und Praxis
  • Gärtnerische Arbeitsabläufe therapeutisch einsetzen

Welche Aufgaben haben Gartentherapeut*Innen?

Im Fokus der Stoffeinheit stehen die Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen eines Therapeuten, sowie der Garten als therapeutisches Mittel.

Im 2. Teil geht es um die Vermittlung von medizinischen Grundbegriffen.

Erkrankungen des Bewegungsapparates sind ein wichtiges Arbeitsgebiet des Gartentherapeuten. Es  werden  Grundkenntnisse von Krankheitsbildern sowie der therapeutische Umgang mit diesen Klient*Innen gelehrt.

Im praktischen Teil werden Bewegungsabläufe speziell für die Krankheitsbilder Apoplexie und Schmerzpatient*In analysiert und deren gezielter Einsatz in der Gartentherapie besprochen und umgesetzt.

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Seminarblock 2

  • Sinnesorgane – Funktion und Bedeutung in der Gartentherapie – Der Sinnesgarten
  • Grundlagen der Therapieplanung
  • Anatomie und Physiologie des Nerven- , Herz- und Kreislaufsystem

Die Förderung der Sinneswahrnehmung sind zentraler Bestandteil für die Arbeit eines Gartentherapeut*Innen. Es werden Grundlagen in der Anatomie und Physiologie der Sinnesorgane des Menschen vermittelt. Verbunden wird diese Stoffeinheit mit praktischen und therapeutischen Übungen.

Was sind gartentherapeutische Prozesse, wie sollten diese optimal ablaufen und gestaltet werden? Diese Fragen werden im Seminar behandelt, um die Teilnehmer*Innen in die Lage zu versetzen, therapeutisch zu arbeiten und Therapiepläne zu erstellen, da diese grundlegendes Arbeitsmaterialien jedes Therapeut*Innen sein sollten.

Das Nervensystem steuert alle inneren Organe durch das Vegetative Nervensystem. Des Weiteren dient es der Aufnahme und Weiterleitung von Reizen aus der Umwelt durch die Sinnesorgane. Die Teilnehmer*Innen erlernen die Anatomie/ Physiologie des Nervensystems, um Abläufe und evt. Krankheiten einzuschätzen und in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.

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Seminarblock 3

  • Fest- und Feiertagsgestaltung in der Gartentherapie 
  • Teil 1: Innenraumbegrünung / Terrassenbegrünung in therapeutischen Einrichtungen
    Teil 2: Gartentherapie von Bettlägerigen 
  • Einführung in die Kunsttherapie

 

Gartentherapie ist zu allen Jahreszeiten möglich. Die Teilnehmer*Innen erstellen gemeinsam eine umfangreiche Ideensammlung, die die Jahreszeiten aber auch Feste und Feiern berücksichtigen.

Wie kann Innenraumbegrünung bzw. Terrassenbegrünung therapeutisch genutzt werden, ist die zentrale Frage dieses  Moduls. Wir werden in einer medizinischen Einrichtung dieser Frage nachgehen.

Therapiearbeit mit mobilem Grün kommt vor allem in stationären pflegerischen Bereichen zum Tragen.

Ein Schwerpunkt dieses Moduls ist u.a. die gartentherapeutische Aktivierung von bettlägerigen Klient*Innen.

Die Einbeziehung der Kunsttherapie ist ein wichtiges und sinnvolles Mittel in der Gartentherapie. Am Beginn dieser Stoffeinheit stehen die theoretischen Grundlagen dafür.

 

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Seminarblock 4

  • Praxisbeispiele: Demenz, ADHS, Burn out in der Gartentherapie 
  • Krankheitsbilder verstehen – ausgewählte Krankheitsbilder für gartentherapeutische Intervention 
  • Der Garten als Raum für therapeutische Freiraumplanung

Die bereits vermittelten Krankheitsbilder, werden in diesem Modul praxisnah umgesetzt. In Gruppenarbeiten werden die Teilnehmer*Innen verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, mit Klient*Innen gartentherapeutisch zu arbeiten. 

Neben medizinischen Therapiegründen sind es zunehmend gesellschaftliche und sozialbedingte Krankheitsbilder, die neben den klassischen Behandlungsmöglichkeiten, den Einsatz neuer therapeutischer Strategien sinnvoll machen. 

Um Menschen erfolgreich therapieren zu können, sind fundierte Kenntnisse charakteristischer Krankheitsbilder unerlässlich. Dazu gehören Erkrankungen des Nervensystems ebenso wie psychische Erkrankungen. Die Teilnehmer*Innen erhalten einen Überblick über einige wichtige Krankheitsbilder und bekommen fundierte praktische Anleitungen zum gartentherapeutischen Umgang mit diesen Menschen.

 Die Elemente der Landschaftsarchitektur werden in diesem Modul mit Gartenbau und therapeutischen Ansätzen verknüpft. Die Seminarteilnehmer*Innen planen Nasch- und Nutzgärten, Duft- und Tastgärten, Jahreszeiten – und Ziergärten. Die Studenten gestalten und planen nach gesetzlichen Vorgaben barrierefreie Gärten für den Reha-Bereich.

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Seminarblock 5

  • Ernährungsmedizin in der Gartentherapie / Essstörung
  • Gartentherapie im Innenbereich: Aromatherapie und Teeheilkunde
  •  Präventive Gartentherapie mit Kindern – Theoretische Grundlagen und praktische Übungen

Unsere Ernährung ist die Grundlage für ein gesundes Leben. Gartentherapeutisch kann die Verarbeitung von Gemüse und Früchten aus Nutzgärten auch mit allen Sinnen genutzt werden.

Dafür sind grundlegende Kenntnisse der Ernährungsmedizin wichtig. Das Seminar vermittelt, die Grundlagen dazu: wie setzt sich unsere Nahrung zusammen und wie kann man ernährungsbedingte Erkrankungen vermeiden.

In diesem Modul werden Kenntnisse in Phytotherapie vermittelt. Im Fokus stehen Duft-, Heil- und Würzpflanzen mit ihren spezifischen Inhaltsstoffen und Heilwirkungen, sowie deren therapeutische Einsatzmöglichkeiten.

Das Modul wird abgerundet mit einer Einführung in die Aromatherapie und Teeheilkunde.

Für den praktischen Projekttag mit Kindern werden die theoretischen Grundlagen vermittelt und die Seminarteilnehmer*Innen vorbereitet.

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Seminarblock 6

  • Einführung in die Psychologie und Gesprächsführung
  •  Prävention in der Gartentherapie
  •  Gesprächstherapie
  •  Kunsttherapie  in der Natur – LandArt 
  • Minigärten  – Garten to go

Das therapeutische Gespräch spielt eine zentrale Rolle in jeder Therapiestunde. Im Seminar werden dazu die Grundlagen gelegt.

Das erlernte Wissen umzusetzen, ist natürlich Ziel einer jeden Ausbildung. Wir bereiten thematisch und praktisch einen Einsatz in einer Pflegeeinrichtung vor und trainieren im Vorfeld die einzelnen Arbeitsschritte.

Grundlagen der Prävention sowie Ansätze zur Konfliktlösung im therapeutischen Raum und Fragen der Motivation von Klient*Innen bilden den Inhalt des sechsten Moduls.

Die LandArt ist spätestens seit Andy Goldsworthy auch aus der Therapie nicht mehr weg zu denken. Die Seminarteilnehmer*Innen erlernen die spielerische Arbeit mit und in der Natur.

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Seminarblock 7

  • Gartentherapie mit Kindern – Projekttag
  • Urbanes Gärtnern
  • Konzeption und Gestaltung von Sinnesgärten

Die gartentherapeutische Prävention ist gerade bei Kindern ein sinnvolles Betätigungsfeld des Gartentherapeut*Innen. Gemeinsam mit ihnen verbringen die Teilnehmer*Innen einen Vormittag, um anhand einzelner Projekte Erfahrungen im Umgang mit  Kindern zu sammeln.

Immer mehr wird Urbanes Gärtnern auch therapeutisch eingesetzt. Die Teilnehmer*Innen erlernen unterschiedliche Methoden, mobile Gärten zu installieren und zu errichten. Von ganz klein bis groß.

 Die zweitägigen Praxisanteile in den Therapiegärten bringen die Teilnehmer*Innen Kenntnisse und Fertigkeiten für das Anlegen von Sinnesgärten, Hochbeeten oder Kräuterspiralen und vielen mehr nahe.

Neben der praktischen Umsetzung von Arbeitsabläufen und Arbeitstechniken werden auch Pflanzenkenntnisse und der therapeutische Umgang mit Pflanzen vermittelt.

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Seminarblock 8

Exkursion zum Thema: 

  • Therapiegärten in Thüringen
  • Pflanzen und Kräuter in der Gartentherapie

Wir besuchen unterschiedliche Orte in der Umgebung, um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen, in denen Gartentherapeut*Innen tätig werden können. In dieser Exkursion werden die Teilnehmer*Innen auch praktische Erfahrungen zum Thema Kräuterkunde und Kräuteranwendungen mit allen Sinnen erfahren.

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Seminarblock 9

  • Botanik und Phytotherapie – Pflanzen als therapeutische Mittel
    Kräuter in der Gartentherapie
    Natürlicher Pflanzenschutz
  • Rituale in der Gartentherapie, 
    Gartentherapie bei Trauer und Verlust
  • Prüfungsvorbereitung
  •  Notfallmedizin

Die Phytotherapie gehört zu den ältesten Therapieverfahren der Menschheit. Blätter, Blüten, Stängel, Wurzeln und Früchte werden zu Arzneimitteln verarbeitet. Geschätzt werden diese pflanzlichen Medikamente vor allem wegen ihrer guten Verträglichkeit und den vergleichsweise geringen Nebenwirkungen.

Natürliche Pflanzenschutzmittel sind für den Menschen und für die Umwelt besser geeignet. Der Einsatz u.a. von Brennesseljauche oder Neemöl sind hervorragend geeignet für die natürliche Kräftigung der Pflanzen und der Schädlingsbekämpfung sowie die Schonung der Böden.

Rituale sind feste Bestandteile unseres Lebens und prägen uns. Daher ist es wichtig, sie auch in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen. Gemeinsam nähern wir uns dem Thema Gartentherapie in der Trauerarbeit.

Wie reagiere ich im Notfall?

Bei der Arbeit mit Menschen gerade im Außenbereich kann es immer wieder zu Unfällen und Notsituationen kommen. Hier ist ihre richtige Handlungsweise gefragt.

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Seminarblock 10

  • Praktische Prüfung einer Therapieeinheit
  • Schriftliche Prüfung /
    Verteidigungen  der Hausarbeit
  • Marketing/ Coaching / Fördermittel                              

Die praktische Prüfung wird stationär in einer Einrichtung durchgeführt (soweit möglich) und demonstriert die praktischen Umsetzung des Erlernten.

Die Abschlussarbeiten befassen sich schwerpunktmäßig mit einer eigenen Konzeption eines Therapiegartens. Die Student*Innen beleuchten die unterschiedlichen Ansatzpunkte der Therapie-Einrichtungen und vernetzen ihr Wissen in Vorträgen und Gruppendiskussionen.

Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer schriftlichen Prüfung und der Verteidigung der Hausarbeit vor der Prüfungskommission.

Im Marketingteil sollen die Student*Innen das erlernte Wissen umsetzen. Sie entwickeln Strategien und Konzepte, um sich auf dem freien Markt zu positionieren.

Sie erhalten ein Coaching zum Thema Verkaufstraining sowie die Präsentation ihrer Gartentherapeutischen Angebote.

Lassen Sie uns gemeinsam in Richtung Zukunft starten.