Gartentherapie Ausbildung 

Was ist Gartentherapie?

Ausbildung in Erfurt

Gärten anzulegen und Pflanzen zu kultivieren ist Teil der menschlichen Kulturgeschichte

Unser Tagesablauf ist geprägt von Technik und Maschinen. Morgens klingelt der Wecker, Kaffeemaschine, Toaster und Fahrstuhl nehmen uns weitere Arbeit ab. Mancher sitzt den ganzen Tag am Computer. Dabei wird die Sehnsucht nach Natur immer größer.
Pflanzen und Menschen sind seit Anbeginn durch wechselseitige Beziehungen verbunden. Bereits die Neandertaler schmückten Grabhöhlen mit Blumen. Taten sie dies der Farben, Düfte oder Heilwirkung wegen? Gab es spirituelle Gründe dafür? Sicher ist, dass bereits unsere frühesten Vorfahren erkannten, wie wichtig Natur für sie ist.

Gärten anzulegen und Pflanzen zu kultivieren ist Teil der menschlichen Kulturgeschichte. Dabei entstanden im Laufe der Geschichte die unterschiedlichsten Gärten. Die Spannweite hierbei ist groß und umfasst viele Arten:

Nutzgarten für Selbstversorger

Kräutergarten

Therapiegarten

Erholungsgarten

Ziergarten

Von der Erkenntnis zur Gartentherapie

Früh erkannten Heiler und Gelehrte auch den therapeutischen Zweck des Arbeitens im Garten. Buddhistische und christliche Mönche benutzen die sich oft wiederholenden Bewegungen der Gartenarbeit als Meditation.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen amerikanische Forscher, sich wissenschaftlich mit dem Garten als therapeutischem Medium zu befassen. Es wurde bei Patienten mit unterschiedlichsten körperlichen und seelischen Erkrankungen eine spürbar heilende Wirkung auf Körper, Geist und Seele beobachtet. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickelte sich bis heute das interdisziplinär orientierte Berufsbild des Gartentherapeuten*innen. Es vereint die Fertigkeiten vom Gartenbau mit dem Wissen von Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Therapie.

Ein wichtiger Teil der gartentherapeutischen Tätigkeit ist die Arbeit mit Kindern. Gerade hier wirken sich die komplexen Bewegungsabläufe und das Zusammenspiel von Muskeln und Sinnen positiv auf die Kleinen aus. Kinder trainieren spielerisch die Sinne, Muskulatur, und das Gehirn. Viele behinderte Kinder haben nur eingeschränkte Möglichkeiten, sich in Bewegung und Spiel zu erproben. Gartentherapeuten*innen fördern hier behutsam und spielerisch in barrierefreien Gärten die Entfaltung von Entwicklungschancen.

In einer älter werdenden Gesellschaft treten häufiger Demenzerkrankungen auf. Auch bei diesem Krankheitsbild lässt sich die Gartentherapie vorteilhaft einsetzen. Durch die Bewegung im Garten, durch Gerüche, Bilder und Farben werden die Patienten aktiviert. Besonders positiv wirkt sich die Gartentherapie auf die kognitiven und motorischen Fähigkeiten und Prozesse der Kranken aus.

“Gartentherapie für alle Menschen ist uns ein Anliegen.”

Behinderte Menschen haben häufig nur die eingeschränkte Möglichkeit, an „normalen“ Alltagsabläufen teilzuhaben, da immer noch viele Einrichtungen nicht für die speziellen Bedürfnisse konzipiert worden sind. Der/Die Gartentherapeut*innen lernt in seiner Ausbildung, barrierefreie Gärten anzulegen. Mobile „grüne Inseln“ werden zu kleinen Oasen in Tageseinrichtungen, Heimen und zu Hause. Je nach der individuell erforderlichen Situation kann gemeinsam mit den Klienten die Pflege der Pflanzen als sinnvolle Beschäftigung betrieben werden.

Lassen Sie uns gemeinsam in Richtung Zukunft starten.